Im Windkraftverfahren

Automatische Präsenz-Absenz Telemetrie von Fledermäusen im Eingriffsbereich

Manuelle Telemetrie – ein Flaschenhals für den Windkraftausbau

  • Um die Abhängigkeit von fossilen Energien auf ein Minimum zu reduzieren, muss Deutschland den Ausbau der Windenergie radikal beschleunigen.
  • Dabei entstehen Konflikte mit europäischem und deutschem Artenschutzrecht. Essentielle Jagdgebiete und Quartiere waldbewohnender Fledermausarten dürfen nicht gestört werden.
  • Die manuelle Radiotelemetrie zur Ermittlung des Gefährdungspotentials ist extrem zeit-, personal-, und kostenaufwändig und in ihren Ergebnissen ungenau; Abweichungen von bis zu 200 Metern bei 5° Winkelfehler.
  • Die mangelnden personellen Kapazitäten in den ausführenden Gutachterbüros bergen die Gefahr zum Flaschenhals des Windkraftausbaus zu werden.

Die Lösung – Automatische Raumnutzungserfassung von Fledermäusen

  • An der Philipps Universität Marburg wurde eine Methode zur automatischen Erfassung und Echtzeit- Übertragung von Sendersignalen entwickelt.
  • In enger Rückkopplung mit Gutachterbüros (BFL, IFU) und verschiedenen Projektierern wurde die Methode für die Erfassung in Eingriffsvorhaben angepasst.
  • In 15 Windkraftprojekten über die letzten 3 Jahre in Rheinland-Pfalz und Hessen ersetzt sie die manuelle Telemetrie vollständig.
Abbildung 1: Live-Ansicht der Fledermausaktivität im tRackIT Online-System einer Bechstein- (Mbec), Fransen-Fledermaus (Mnat) und eines Braunen Langohrs (Paur).

Die Methode – Automatisierte Erfassung

  • Fledermausquartiere oder essentielle Jagdgebiete werden über Abstandsvorgaben geschützt.
  • Sendersignalstärke und Distanz (bis zu 1.000m) werden durch statistische Verfahren in Beziehung gesetzt (Abb. 2) und so der Abstand von Jagdgebieten (Abb. 3) und Quartieren (Abb. 4) zum geplanten Eingriffsort ermittelt.
  • Der Messfehler beträgt im Mittel 30m und ist damit deutlich geringer als bei der manuellen Telemetrie.
  • Mindestens 40 besenderte Individuen können gleichzeitig und über die gesamte Senderlaufzeit ohne Personalaufwand aufgezeichnet werden.
  • Die empfangenen Daten werden in Echtzeit an einen Server übertragen und visualisiert (Abb. 1). Am Ende der Erfassungssaison werden automatische Reports erstellt.
Abbildung 2: Verhältnis von Signalstärke (X) zu Distanz (Y) gemessen mit einer tRackIT Station.

Die Vorteile – Qualität, Transparenz und Effizienz

  • Deutliche Arbeitserleichterung, wodurch mehr Untersuchungsgebiete pro Saison systematisch und reproduzierbar untersucht werden können.
  • Hohe Transparenz und Reduktion von Qualitätsschwankungen durch Standardisierung; umfangreicher und belastbarer Datensatz; Erhöhte Rechtssicherheit von Fachgutachten.
  • Differenzierte, detailreiche und damit präzise natur- und artenschutzrechtlich Risikobewertungen.
  • Massive Reduktion des Personalaufwandes und der Kosten: 500 Personenstunden pro Fledermauskolonie gegenüber wenigen Stunden Installation der Stationen.
  • Frühzeitige Erkennung von Planungshindernissen; zeitnahe Anpassung des Planungsprozesses; Standortoptimierung
  • Reduktion der Zeitspanne zwischen Datenerhebung und Berichterstellung; Wettbewerbsvorteil für Nutzer.
Abbildung 3: Aktivitätsmuster im 300m-Abstand zu einer tRackIT Station.
Abbildung 4: Abstandsmessungen mehrerer Tage und tatsächliche Distanz zu Quartieren (Punkte).

Interesse?

Bitte kontaktieren Sie uns bei Interesse an der Methode und für weitere Informationen direkt:

Jannis Gottwald
gottwald@trackit.systems
01578 3538221