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Unser audio:tracker langfristig im Einsatz für das HLNUG

Die Erfassung von Biodiversität steht vor der Herausforderung, kontinuierliche und belastbare Daten über große Zeiträume und Flächen hinweg zu generieren. Die Staatliche Vogelschutzwarte im Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) setzt hierfür ab dem Jahr 2026 auf ein systematisches, akustisches Monitoring in allen 60 hessischen EU-Vogelschutzgebieten. Wir freuen uns, dieses Vorhaben mit unseren akustischem und stationären Erfassungssystemen technologisch zu begleiten. Für diese geplante Überwachung der Bestandsentwicklungen und Populationstrends kommen insgesamt 65 unserer audio:tracker zum Einsatz. Diese Systeme werden dauerhaft im Gelände installiert und verbleiben über den gesamten Projektzeitraum von 2026 bis 2031 vor Ort. Im Gegensatz zu mobilen Geräten, ermöglichen unsere audio:tracker in der Variante Monitor eine unterbrechungsfreie Datenerhebung. Die Geräte arbeiten autark und sind durch eine externe Stromversorgung mit Solarpanelen sowie eine robuste Bauweise speziell für den mehrjährigen Betrieb im Freiland ausgelegt.

Intelligente Erfassung und Echtzeit-Analyse

In der Praxis sieht der Einsatz unserer Technik so aus: Wenn im Umfeld eines audio:trackers Vögel singen, zeichnet das System nicht einfach nur die Stimmen auf, sondern wertet sie direkt in Echtzeit mittels integrierter KI aus. Die identifizierten Artbestimmungen werden unmittelbar über das Mobilfunknetz an die Server der Vogelschutzwarte gesendet.

Ein besonderer Vorteil unserer Systeme ist die hohe Effizienz bei der Datenverwaltung, da durch den 24-Stunden Betrieb ein enormes Datenaufkommen entsteht:

  • Selektive Aufzeichnung: Um die Datenmengen fokussiert zu halten, bietet der audio:tracker die Möglichkeit zur artspezifischen Aufzeichnung. Es kann eingestellt werden, welche Arten aufgezeichnet werden sollen – so können beispielsweise häufige Arten wie Amselrufe von der Speicherung ausgeschlossen werden, um den Fokus auf zielrelevante Arten zu legen.
  • Live-Monitoring: Über die Anbindung an den für das HLNUG bereitgestellten Server besteht für die Fachleute der Vogelschutzwarte die Möglichkeit, jederzeit die im Gebiet erkannten Arten und die akustische Kulisse in Echtzeit zu verfolgen.

Unsere spezialisierte KI erkennt die akustischen Merkmale der Vogelrufe bereits am Standort und ordnet sie den jeweiligen Arten zu. Um die geforderte Datenqualität für behördliche Monitoring-Berichte zu gewährleisten, werden die automatisierten Ergebnisse im Anschluss durch das Fachpersonal der Vogelschutzwarte validiert. Diese Kombination aus technischer Effizienz und fachlicher Kontrolle stellt sicher, dass die gewonnenen Daten eine belastbare Grundlage für naturschutzfachliche Bewertungen und Managementpläne bilden.

Ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz

Dieser technologische Aufwand hat ein klares Ziel: Hessen ist gesetzlich dazu verpflichtet, den Zustand seiner Umwelt und der heimischen Vogelwelt zu erfassen. Unsere akustischen Monitoringsysteme unterstützen dabei, Daten für das Management der Vogelschutzgebiete sowie für nationale und internationale Berichtspflichten (NATURA 2000) zu sammeln.

Mit dem Einsatz unserer audio:tracker wird eine wichtige Lücke geschlossen. Unsere Geräte hören auch dann mit, wenn gerade kein Fachpersonal im Gelände sein kann. Sie verbleiben ohne große Betreuung über Wochen und Monate zu jeder Tages- und Nachtzeit im Gebiet. So können auch komplexe Muster im tages- oder jahreszeitlichen Verlauf festgestellt werden. In Kombination mit dem klassischen Monitoring vor Ort tragen unsere Systeme dazu bei, eine fundierte fachliche Grundlage für den Erhalt der Vogelarten und ihrer Lebensräume zu schaffen.

Beiträge des HLNUG: Passives akustisches Monitoring in den hessischen Vogelschutzgebieten, Hightech trifft Natur: Künstliche Intelligenz hört Hessens Vögel

Videobeitrag des HR , Beitragsbild der Hessenschau HR


Morch

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